St. Vincenzstift Aulhausen – 1. Platz !

Zentralgelände St. Vincenzstift Modell
Zentralgelände St. Vincenzstift

'Mit ins Leben gehen' - statt Grosseinrichtung wohnortnahe, dezentrale Wohngruppe in der Region. Waechter und Waechter Architekten BDA haben nun das Gutachterverfahren zur Um- und Nachnutzung des Zentralgeländes des St. Vincenzstift in Aulhausen gewonnen. Ziel des preisgekrönten Entwurfs ist es, die spezifischen Qualitäten des Standorts in Aulhausen zu stärken, eine geborgene Wohn-, Arbeits- und Lebensatmosphäre für die Bewohner zu schaffen und die Einrichtung nach innen und aussen zu öffnen. Dazu bedarf es einer den Bedürfnissen und dem Wahrnehmungsraum der Bewohner angemessenen Maszstäblich- und Kleinteiligkeit.  ‚Offene Geborgenheit’ - dieser Antagonismus ist das Leitthema des städtebaulich - freiräumlichen Konzepts sowie der vorgeschlagenen Baukörperkonfiguration.

Der Abriss der beiden Flügelbauten des Zentralgebäudes eröffnet dem Vincenzstift neue Möglichkeiten zur Verflechtung mit der Dorfstruktur von Aulhausen und der Landschaft. Die bisherige ‚festungsartige’ Anmutung kann durch eine offene, landschaftsbezogene Haltung ersetzt werden. Um eine barrierefreie Nutzung des Geländes zu ermöglichen wird das Gelände terrassiert. An Stelle von trostlosen Stützmauern werden die Geschossversätze als lebendige Fassaden für die GDT und die Fachschule genutzt. Statt dem pseudo barocken Anstaltshof umfassen ‚erdschollenartig’ geformte eingeschossige Terrassen auf zwei Ebenen einen Platz, so dass durch die kurzen, geknickten Kanten schützende Hofräume in einer angemessenen Maszstäblichkeit entstehen. Am Rand dieses 'Marktplatzes' und doch herausgehoben wird das Bürgerportal als weithin sichtbares ‚Ausrufezeichen’ in einem würfelförmigen 4-geschossigen Baukörper  angeordnet, der in seiner archaischen punktsymmetrischen Form ein angemessene Pendant zu dem kraftvollen Zentralgebäude bildet und einen Fixpunkt inmitten der bewegten, erdschollenartigen Terrassen bietet. 

Der denkmalgeschützte Nordflügel mit der Kapelle wird saniert und die Klausur für die Schwestern, Wohnungen für tempoäres Wohnen von Familien sowie die zentrale Cafeteria (mit Küche) integriert. 

Mit dem Umbau des Zentralgebäudes soll als 1. Bauabschnitt  bereits 2013 begonnen werden.